
(English)
>Kurosawa, Ozu, Mizoguchi – these are the three film directors’ names most frequently mentioned in Europe when there is a discussion about mid-20th century Japanese film history. Even if one does not care so much about the ”classical canon”, there are many more great creators still unknown to Western audiences, and Shimizu Hiroshi (1903-–1966) is certainly one of them. From the 1920s, he produced 166 films with detailed depictions of Japanese society in a distinctive ”spirit of realism”.
Gagprojects is pleased to announce a screening of one of Shimizu’s films: ”Mr. Thank You” in a video projection (with English subtitles) that will offer the opportunity for a subsequent discussion. “Mr. Thank You”, one of his representative works, is a “road movie” based on a short story by Nobel Prize winning novelist Kawabata Yasunari. The film only shows a bus trip from a small town Izu to Tokyo, offering no specific closure or focal point. It focuses on the interaction between a group of passengers in the bus, the bus driver, the many people passing by on the road, and the changing landscape.
Although more than seventy years have passed since the film was produced, Shimizu’s work is still capable to offer us a lot to think about the aesthetics and techniques of the moving image, as well as about its contents – the social, political and economic dimensions of different modernities in Japan. Taking “Mr. Thank You” as a departure point, the discussion after the screening will attempt to explore the fascination of Shimizu’s ”spirit of realism” – the conceptual approach in his work in the production of moving images. The non-linearity, narrative structure and categorization of moving images are condensed here informed by the changing relationship between subject and nature. Compared to these qualities in Italian Futurism, Dada, Pop, and today, what could be perspectives shared with contemporary video works? How is Shimizu’s approach relevant for an understanding of contemporary realities? |
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(Deutsch)
>Kurosawa, Ozu, Mizoguchi – das sind die drei Regisseure, die noch immer am häufigsten genannt werden, wenn man in Europa über japanisches Kino spricht. Doch selbst wenn man sich nicht so sehr für den ”klassischen Kanon” interessiert, gibt es hier viele, viele weitere Regisseure zu entdecken, die einem westlichen Publikum nahezu unbekannt sind, und Shimizu Hiroshi (1903–1966) gehört sicherlich dazu. Von den 1920er Jahren an hat er 166 Filme produziert, die in einem sehr eigenen ”realistischen Geist” eine detaillierte Beschreibung der japanischen Gesellschaft ihrer Zeit schaffen.
Gagprojects freuen sich, Sie zur Vorführung eines von Shimizus Filmen einzuladen: Wir zeigen ”Mr. Thank You” in einer Videoprojektion (mit englischen Untertiteln), im Anschluss wird noch Gelegenheit zur Diskussion bestehen. “Mr. Thank You”, einer der bekanntesten Filme des Unbekannten Shimizu, ist eine Art “Road movie”, das auf einer Kurzgeschichte des Nobelpreisträgers Kawabata Yasunari basiert. Der Film zeigt nicht mehr und nicht weniger als eine Busreise von einem kleinen Ort in Izu nach Tokio, er läuft dabei auf keinen besonderen erzählerischen Höhepunkt hinaus. Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht die Interaktion zwischen einer Gruppe von Reisenden im Bus, dem Busfahrer, den vielen Menschen, denen sie auf der Reise begegnen und der sich verändernden Landschaft.
Obwohl der Film schon vor mehr als siebzig Jahren entstanden ist, hat Shimizus Werk uns auch heute noch viele Denkanstöße über die Ästhetik und Technik der bewegten Bildes zu bieten – und über seine Inhalte – die gesellschaftliche, politische und ökonomische Dimension der unterschiedlichen Modernen in Japan. Die Diskussion, die sich an die Betrachtung von “Mr. Thank You” anschließen kann, wird die Faszination zu erkunden versuchen, die von Shimizus Realismus ausgeht – seinem konzeptuellen Ansatz bei der Produktion von Filmwerken. Hier finden sich Nonlinearität, kunstvolle Erzählstrukturen und filmische Kategorisierungen zusammengefasst, die durch die wechselhafte Beziehung zwischen Subjekt und Natur beeinflusst sind. Wie könnte man, wenn man diese Qualitäten mit Avantgarden wie dem italienischen Futurismus, mit Dada oder Pop vergleicht, mögliche Gemeinsamkeiten mit heutigen künstlerischen Videoarbeiten beschreiben? Und welche Bedeutung hat ein Ansatz wie der von Shimizu zu einem zeitgenössischen Wirklichkeitsverständnis? |